Der Sommer beginnt!

Es ist mal wieder an der Zeit die vergangenen Wochen zu rezitieren.
Wir waren selbstverständlich nicht untätig.
Neben Spleiß Einweisungen, Baustunden und jede Menge Gaststarts haben wir vier Neuzugänge in unserem Verein zu verzeichnen. Mittlerweile ist die Durchschnittsstärke unserer Flugtruppe bei mehr als 20 Leuten angekommen.
Damit sind es im Moment 16 flughungrige Schüler, die allesamt gesättigt werden wollen und die Startzahl diese Saison mächtig vorantreiben. Auf dem Take-off Konto sind mittlerweile schon mehr als 300 Starts verbucht.
Wir konnten die ersten sonnigen Tage gut für Flugbetrieb nutzen und die gesamte Truppe war am Abend sichtlich glücklich. Ein großer Dank hierbei geht noch an unseren Windenguru Gerd der uns die Tage über mit super Schlepps versorgte. Das Ende des Tages war davon gezeichnet, dass wir noch unsere DG100 abrüsteten. Renate geht damit zur Frauen DM in Hockenheim und wollte die Woche noch in Oerlinghausen zum Trainieren nutzen. Zusätzlich hat Vergangenes Wochenende Marco eine der letzten Hürden zum Schein gemeistert und seine Außenlandung erfolgreich abgeschlossen. Somit kann er die 50km in Angriff nehmen und seiner Lizenz steht nix mehr im Wege. Auch Till hat ein Hürde in Richtung Lizenz gemeistert: den ersten Alleinflug. Die 3 Starts ohne den Fluglehrer im Nacken absolvierte er wie gewohnt routiniert. Auch für Jan-Philip aka. Pille war das Wochenende ein Erfolg, er flog zum ersten Mal die LS4 und war sichtlich glücklich mit dem Sportgerät.
Im Verlauf des Montags und Dienstags zeichnete sich in den Wetterberichten ein klarer Trend ab: Der Mittwoch MUSS genutzt werden. Was ist also die Konsequenz die ein Student daraus zieht?
Hier ein kleiner Erlebnisbericht von Patrick zum Mittwoch:

Der Mittwoch wird im Flieger verbracht, das stand fest. Nachdem die Frage nach Schleppmöglichkeit in die LSV‘er Runde leider negativ ausfiel und ein F-Schlepp Pilot auch nicht auffindbar war, wurde durch die Connection in die Heide schnell ein Ausweichplan entwickelt:
ASW19 abrüsten -> Anhänger ans Auto -> Ab nach Celle.
Nach 3 Anrufen stand dann alles fest. Also nach der Vorlesung nach Gandersheim und Abrüsten. Hier noch einmal vielen Dank an Dustin für das kurzfristige einspringen zum Abrüsten Dienstagabend! In Celle angekommen war schon klar in welche Richtung es gehen sollte und eine Strecke wurde vor dem Leistungsschlaf noch entwickelt:
Celle -> Quakenbrück -> KasselOst -> Kalbe -> Celle.
Der Mittwochmorgen kam und wir waren uns sicher. Heute fliegen wir 600. Nach dem Aufrüsten und an den Start ziehen ging es um 11:00 Uhr mit einem total ruhigen Fschlepp in Richtung der nächsten Wolke. Vor dem Ausklinken wurden schon die ersten guten Steigwerte gemeldet und der Flug konnte beginnen. Der erste Schenkel verlief trotz noch niedriger Basis sehr angenehm. Es waren noch viele feuchte und nasse stellen in Richtung Quakenbrück zusehen doch es ging an jeder Wolke nach oben. Angekommen an der ersten Wende sahen wir dann auch zum ersten Mal Hauke und Leif in ihren Ls4’en. Der zweite Schenkel lief dann am schönen Teutoburger Wald entlang vorbei an Bielefeld und in Richtung Kassel. Die aktive Flugbeschränkungszone am Teuto brachte uns allerdings dazu einen Knick in unseren Kurs zu legen. Bis Kassel lief es super und schnell. Ein kleiner taktischer Fehler allerdings brachte uns dann in die Lage, dass wir 2-3-mal schlechte Steigwerte kurbelten. Allerdings flogen wir mit der Hoffnung weiter „voraus wird’s schon besser werden“.
Im Gleitflug ging es dann also von Kassel nach Göttingen dort noch einmal einen Aufwind genommen und in Richtung Harzkante/Osterode. Dort sanken wir langsam der Harzkante entgegen doch ein starker Aufwind brachte uns wieder an die Basis und wir konnten direkt von Süden nach Norden durch den Harz gleiten. An der Nordkante kam dann das erste Mal der Blick auf die Uhr. Schaffen wir es bis Thermikende wieder nach Celle? Wir rechneten mit Thermikende zwischen 18 und 19 Uhr. Sollten wir den Schnitt so halten sind wir zu Thermikende im Endanflug. Also Blick nach vorne und weiter zur Wende. Mit einem kleinen abknicken in unser Dreieck hinein konnten wir eine Straße bis kurz vor Kalbe nutzen und mussten so nur noch eine Wolke weiter springen um in die Wende zu kommen. Direkt über Wende Nr. 3 stand dann eine super Wolke die uns bis an die Basis katapultierte. Im Aufwind der Blick Richtung Flugplatz brachte dann die Überraschung:
Das Wetter sah aus wie gemalt in bester Entwicklung um 14 Uhr. Es war aber nicht 14 Uhr sondern 18 Uhr und wir hatten nicht mehr viel Kilometer vor uns. Das Gespräch im Funk lief dann wie folgt ab:
Patrick: Ein Bart noch und dann passt das schon oder?
Nico: Locker und wenn’s geht hängen wir noch bisschen was dran.
Also wurde die nächste Wolke angepeilt die auf Kurs stand. Zwischenzeitlich meldete sich Leif im Funk und gab an das die Wolken voraus immer noch sehr gut gehen und ihr Plan ist die 700 noch zu knacken. Das löste in meinem Kopf natürlich auch den Gedankengang aus: Was müssen wir noch machen für 700?
Aber erst einmal das Dreieck schließen. Die letzten Kilometer bis Celle waren gezeichnet von einer Photosession mit den beiden „Stars“ LS1F und ASW19. Mit 500m Sicherheit auf Celle flogen wir dann noch eine Schwarze Dicke Wolke nördlich von Celle an. Der Gedanke war einfach, ein bisschen Höhe noch mitnehmen falls was geht. Dort angekommen 0.5m/s, nichts tolles einfach noch ein bisschen die 619km Revue passieren lassen und genießen. In 1000m entschieden wir dann das bringt uns eh nix wir fliegen die Reserve ab zur nächsten Wolke und bekommen noch ein wenig Kilometer aufs Konto. Dort angekommen fielen uns die Müsliriegel aus der Hand. 2,1 m/s integriertes Steigen. Mittlerweile war es 1900 Uhr. Der Aufwind brachte uns auf 2000m und wir hatten viel Spielraum noch Strecke zu machen. Also noch ein wenig nach Westen raus fliegen und dann bei genügend Sicherheit umdrehen und mit 680 Km in Celle landen, so der Plan. Doch auf dem Rückweg die gleiche Wolke, das gleiche Steigen. Wieder knapp 2000m. Eine kurze Funkabsprache fixierte dann das Ziel.
„11km nur noch nach Osten und ich hab `ne 7 vorne“ kam aus dem Lautsprecher des Funkgeräts. Und genau das war der Plan. Also nach Osten so lange herausfliegen bis der XCSoar Kilometerrechner 700 anzeigte und entspannt landen. Die Freude im Cockpit war riesig als dieser Meilenstein erreicht war und somit konnten wir um 20 Uhr fröhlich und erschöpft in Celle aufsetzen und uns dem Abrüsten zuwenden. An dieser Stelle noch einmal einen riesen großes Dankeschön an die Jungs aus Celle. Nicht nur wurde beim Auf und Abrüsten geholfen, es war auch noch dauerhaft super Stimmung und die Verpflegung war super. Zusätzlich wurde auch noch das Flugzeug gewaschen während man den Flug ausgelesen hat und auf Toilette war. Vielen, Vielen Dank! Ich freue mich schon den nächsten Besuch bei euch.
Nun geht es mit der ASW19 wieder in die Heide aber diesmal nach Burgdorf zum diesjährigen D-Kader Trainingslager auf das ich mich schon sehr freue. Wieder mit den ganzen Kader Kumpels und Trainern eine Woche lang viele lehrreiche Unterrichtsstunden und Flugtage verbringen wird wie jedes Jahr ein absoluter Genuss!

Natürlich wird Patrick nach dem Trainingslager auch noch Berichten wie es war. Zusätzlich kann er an Flugtage über sein Livetracking auf Skylines.aero verfolgt werden. Besucht uns doch mal auf unsere Homepage wenn ihr Interesse am Fliegen im LSV Alfeld habt.

https://www.facebook.com/LsvThermikAlfeld/

Ein Kommentar:

  1. Hallo Patrick,

    einen tollen Bericht hast Du geschrieben! Ich war an diesem Mittwoch auch unterwegs (von Uelzen aus) und kann deinen Eindruck vom Wetter nur bestätigen. Exzellente Thermik von früh bis spät und vor allem der Anstieg der Basis von unter 1.000 auf über 2.000 war genial 😉

    Noch viele schöne Flüge,
    Fliegergrüße aus Uelzen,
    Oliver

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.